Mein Baby lässt sich nicht ablegen: Was tun?

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Baby lässt sich nicht ablegen Tipps, Lösungen und Erkläungen

Zu deiner Beruhigung: Das ist gaaaaanz normal. Dein Baby ist nicht kaputt. Don’t panic. So wie dir, geht es unzähligen Eltern da draußen. Auch andere Babys lassen sich nicht ablegen.

Was du dabei unbedingt tun solltest: Dein Baby nicht ablegen. Kein Scherz. Darauf bist du vielleicht selbst schon gekommen. Aber tu es auch wirklich nicht, denn dein Baby drückt damit ein Bedürfnis aus. Lass dich auch nicht von deinem Umfeld verunsichern. Von Stimmen, die sagen, leg es doch mal ab, es muss sich auch allein beruhigen können. [Bla bla bla.] Nein. Muss es nicht. Punkt.

Eins können wir dir versichern: Leute, die so etwas sagen, haben keine Ahnung von Babys. Wenn sich dein Baby nicht ablegen lässt, dann ist die beste Lösung: Es dir so gemütlich und erträglich wie möglich zu machen, mit deinem Baby an dir dran oder auf dir drauf.

So überstehst du den Tag, wenn dein Baby keine Sekunde ohne dich sein möchte

Die beste Lösung, wenn du nebenbei noch den Haushalt zu tun hast oder Geschwisterkinder versorgen musst, oder beides: Unbedingt eine Babytrage oder ein Tragetuch nutzen. Wie sollst du sonst die Hände frei haben, wenn du sie den ganzen Tag brauchst, um dein Baby zu halten.

Falls du das bisher getan hast: Schluss damit! Nur mit deinen Armen kannst du dein Baby nie solange halten, dass es sich beruhigt, einschläft und weiterschläft. Und was ist, wenn es dann wieder aufwacht?

Eine Babytrage kann in diesem Fall dein absoluter Game Changer sein

Baby tragen mit Tragehilfe

Du kannst dich nicht stundenlang in der gleichen Position hinstellen oder hinsetzen, wenn um dich herum das Leben tobt und du auch noch andere Aufgaben hast. Das hältst du nicht durch. Und das musst du auch nicht. Keiner wird dir einen Orden dafür verleihen. So stop it.

Auch du brauchst wieder Kraft. Hol dir diese Kraft zurück, in dem du dein Baby in einer Tragehilfe trägst. Oder in ein Tragetuch einbindest. Eng an deinem Körper.

Damit es so viel wie möglich von dir spürt. Dich riecht, hört und sich in Sicherheit weiß. Damit es sich beruhigen kann, es ihm gut geht, und auch du zu jeder Zeit weißt, wie es ihm geht.

Lass dir helfen: Vom Partner, von deiner Familie, von Freunden oder einer Trageberaterin

Wenn du gerade einfach nicht mehr weiter weißt, lass dir bitte helfen. Frage aktiv um Hilfe. Du musst das nicht allein schaffen. Wenn es deinem Baby nur um Körperkontakt geht und darum, nicht allein zu sein, akzeptiert es vielleicht auch, wenn es von einer anderen Person getragen wird.

Probiert das einfach mal aus. So kann dein Partner, deine Mama oder auch eine gute Freundin zum Beispiel einen Tragespaziergang machen, während du dich erholst oder einfach mal etwas für dich tust.

Du weißt überhaupt nicht, wie das mit dem Tragen geht? Kein Problem, dafür gibt’s sicher auch in deiner Nähe eine liebevolle Trageberaterin, die schnell eine Lösung für dich und dein Baby findet. Die dir zeigt, wie man ein Tuch bindet oder wie du ruckzuck eine Schnallen-Trage anlegst. Genau auf dich und dein Baby eingestellt, damit nichts zwickt und dein Baby auch gut gestützt ist.

Eine Trageberaterin ist die Expertin, wenn’s ums Babytragen geht. Sie kann dir verschiedene Tragesysteme zeigen, du kannst selbst ganz vieles ausprobieren und am Ende gehst du mit einer Lösung nach Hause. Wenn du nicht auf unserer Trageberaterinnen-Karte fündig wirst, dann frag einfach Onkel Google, der sucht dir sicher jemanden in deiner Umgebung heraus.

Eine Trageberatung und eine Babytrage könnten deinen Alltag retten

Baby Tragejacke Rückentragen Babytragen

Das ursprüngliche Problem, dass sich dein Baby nicht ablegen lässt, muss keins mehr sein. Es kann in etwas so positives verändert werden. Denn durch das Tragen in einer Babytrage bist du plötzlich wieder komplett flexibel und mobil. Du kannst das Haus verlassen [zum Beispiel mit Tragejacke], auch wenn dein Baby den Kinderwagen nicht mag. Du hast deine Hände für den Haushalt und die Geschwisterkinder frei. Oder für deinen Partner. Oder den Hund. Die Katze. Das Pferd. Für Haus und Hof.

Wir wünschen dir, dass das DIE Lösung für dich ist. Und deinen Tag mit Baby und allem drumherum etwas leichter macht. Und auch deine Nächte. Denn eine Tragehilfe kann auch in der Nacht manchmal der Retter sein. Denk das nächste mal daran, bevor du dein Baby in der Nacht stundenlang auf dem Arm trägst, damit es wieder einschläft.

Nun haben wir dir einen Lösungsvorschlag gemacht. Aber interessiert dich vielleicht noch das WARUM? Ja? Dann lass uns doch mal einen Blick darauf werfen, warum sich ein Baby oft nicht ablegen lässt.

Warum lässt sich mein Baby nicht ablegen?

Weil dein Baby dich braucht. Für Nahrung, zum Fortbewegen oder zur Rettung in gefährlichen Situationen. Das sind die Ur-Instinkte deines Babys. Ganz banal: Es braucht dich einfach zum Leben. Du bist seine Versicherung, dass es überleben wird. Du warst es so viele Monate, als es noch sicher in deinem Bauch schaukeln durfte, es direkt mit dir verbunden war und ihr euch deine Mahlzeiten geteilt habt.

Warum sollte es jetzt anders sein?

Auch wenn du dir in der Schwangerschaft die Zeit mit deinem Baby ganz romantisch vorgestellt hast: Wie es im Kinderwagen oder im Stubenwagen friedlich vor sich hin schlummert, so 80% des Tages, du nebenbei den Haushalt schmeißen kannst und vielleicht noch Zeit für Hobbys hast.

Manche Baby sind vielleicht so, aber viele eben auch nicht. Jeder von uns wird mit einem eigenem Temperament geboren. Manche Babys fordern sich ihre Bedürfnisse mehr ein, andere weniger. Dein Baby ist also weiterhin so hilflos, wie es auch im Bauch war. Und das noch eine ganze Weile.

Erwartungen an ein Baby: Verunsicherung durch das Umfeld

Baby trösten tragen mit Targehilfe Targeweste Tragejacke

Sicher ist: Niemand drückt bei der Geburt einen Start-Knopf bei deinem Baby und erklärt ihm, wie die Welt funktioniert und dass sie teilweise ganz schön kinderfeindlich ist. Es weiß nicht, dass von ihm erwartet wird, dass es doch bitte so schnell wie möglich allein klar kommen, seine Umgebung nicht nerven und ganz pflegeleicht sein soll.

Aber genau das wird leider auch heute noch von Generationen erwartet, die selbst eine andere Erziehung erfahren haben. Eine Erziehung, in der es um Gehorsam ging. Darum, artig zu sein, brav bitte und danke zu sagen und jedem schön die Hand zu geben.

Andere, damit meinen wir kindliche und völlig natürliche, menschliche Verhaltensweisen, die auch sehr wichtig für die individuelle Entwicklung des Kindes sind, werden auch heute noch mit komischen Blicken oder übergriffigen Kommentaren gestraft. Aber die Gesellschaft ist auf dem Weg der Besserung. Denken und hoffen wir jedenfalls.

„Dein Baby muss lernen, abgelegt zu werden“ Äh, nö.

Wenn du das nächste Mal einen ähnlichen Satz wie in dieser kleinen Überschrift hörst, diesen „weisen“ Ratschlag eines Außenstehenden, dann hör einfach nicht hin.

Dein Baby drückt mit dem Weinen ein Bedürfnis aus. Es möchte hochgenommen werden und eben nicht allein im Stubenwagen oder Kinderwagen liegen.

Baby hochnehmen tragen Trageberatung

Dein Baby muss nicht lernen, allein zu sein. Es muss nicht lernen, dass du nicht auf sein Weinen reagierst. Auch nicht, wenn dein Umfeld erwartet, dass du so handelst und dein Baby aus Lernzwecken extra nicht hochnimmst, obwohl du es gerade könntest. Wer solche Methoden vorschlägt, hat von Babys keine Ahnung.

Das sagt auch Sozialpädagogin und Trageberaterin Jennifer Burkhardt: „Denn Babys sind keine kleinen Erwachsenen. Die Aussage, dass Babys lernen müssen, abgelegt zu werden, schreibt ihnen kognitive Fähigkeiten zu, die sie noch gar nicht haben. Diese Aussage nimmt den Bindungspersonen auch die feinfühlige Zugewandtheit zu ihrem Baby, die die Natur so zurecht angelegt hat: das unmittelbare Reagieren auf Weinen.

Babys besitzen einfach noch nicht die geistige Reife, um zu warten. Auch nicht nur mal kurz. Sie haben weder ein Zeitgefühl noch die Fähigkeit, Abläufe zu verstehen. Dein Baby denkt sich also nicht, wenn ich jetzt kurz warte, solange Mama die Spülmaschine ausräumt, wird sie mich danach sofort hochnehmen.“

Nein. Ein Baby fordert etwas ein, weil und wenn es genau das in diesem Moment braucht.

Kindliche Entwicklung: Babys sind von Natur aus Traglinge

Neben den Grundbedürfnissen Essen und Schlafen benötigt ein Baby vor allem Nähe. Das heißt Körperkontakt. Auch Sicherheit und Geborgenheit. Diese emotionale Bindung ist so enorm wichtig.

„Das Abgelegt werden ist für einen Säugling der Moment, in dem er schutzlos ist und Gefahr läuft, zurückgelassen zu werden. Das natürliche Alarmsystem schlägt an. Deshalb weint das Baby, dieses Weinen nennt man zum Beispiel Kontaktweinen.

Je nach Alter kann das Baby auch noch nicht so weit sehen. Hast du oder eine andere Bindungsperson gerade keinen Körperkontakt zu deinem Baby, seid ihr nicht mehr im Wahrnehmungsfeld. Somit für das Baby nicht mehr existent. Das nennt man Objektpermanenz.“

Ein Baby kann also gar nicht lernen, abgelegt zu werden

Laut Sozialpädagogin Jennyschüttet der Körper des Babys Stresshormone aus, wenn das Warten trainiert wird. Macht das Baby dann die Erfahrung, dass es nicht hochgenommen wird, wenn es Zuwendung benötigt, gibt es nach einer Weile auf. Es erlernt dadurch nicht die Fähigkeit, selbständig irgendwo liegen zu bleiben.“ [Du kannst Jenny übrigens gern auf Instagram folgen. Sie hat viele wertvolle Inhalte zum Thema Tragen und Baby-Bedürfnisse auf ihrem Profil.]

„Sofortiges Beantworten von Bedürfnissen stärkt hingegen die Bindung und das Urvertrauen. Dies macht Kinder langfristig selbständiger und schenkt ihnen Vertrauen. Sie fühlen sich geborgen und sicher. Kurz gesagt, sie lernen: Wenn ich etwas brauche, dann sind meine Eltern für mich da.“

Nimm dein Baby hoch, wenn es weint

Hör auf deinen Instinkt und stille die Bedürfnisse deines Babys. Es sucht deine Nähe nicht, um dich zu ärgern. Es liebt dich, bedingungslos. Liebe es zurück. Du kannst deinem Kind niemals zu viel Liebe geben, nur zu wenig.

AUTORIN

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